Streuobstaktion 2020


Streuobstannahme nach dem Grünspecht-Aufpreismodell

Eine durchschnittliche Ernte von Kernobst erwartet der Bund Naturschutz (BN) im bevorstehenden Herbst. Die Regenfälle im August kamen gerade noch so  rechtzeitig, dass das Wachstum und der Reifeprozess von Äpfeln und Birnen weiter gehen. Dennoch stehendie Bäume nach wie vor sehr trocken. Dass sie  um diese Zeit häufig große Mengen Früchte abstoßen, sei ganz normal, sagt BN-Kreisvorsitzender Paul Beitzer. Die Bäume trennen sich von eher minderwertigen Früchten, um den Baum zu entlasten und weil sie solch große Mengen ohnehin nicht mit Wasser und Nährstoffen versorgen könnten. Zudem werde dadurch  auch die Gefahr des Auseinanderbrechens von Obstbäumen gemindert, was aufgrund immer häufigerer Sommerstürme zu einem zunehmenden Problem werde. 

Aufgrund der erheblichen ökologischen Bedeutung von Streuobstbeständen, so Kreisgeschäftsführer Helmut Altreuther, bietet der BN zu den erwarteten wirklichen Reifezeiten, wie seit 30 Jahren gewohnt, an drei Orten im Landkreis wieder Streuobstannahmestellen nach dem sog. „Grünspecht-Aufpreismodell“ an. Der Bund Naturschutz  appelliert an alle Besitzer von Streuobstwiesen, ihr Obst ausreifen zu lassen: „Nur ausgereiftes Obst ergibt guten Saft“.  Die BN-Annahmetermine:

  • Rothenburg-Bettenfeld
    SHF-Steinbruchbetriebe
    19. September und 10. Oktober
    jeweils von 8.00 – 12.00 Uhr
  • Schnelldorf
    Lagerhaus Barthelmeß
    Raiffeisenstraße
    26. September und 17. Oktober
    jeweils von 13.00 – 17.00 Uhr
  • Unternbibert
    ehemaliges Raiffeisen-Lagerhaus
    26. September und 17. Oktober
    jeweils von 8.00 – 12.00 Uhr

Bei den jeweils ersten Annahmen werden ausschließlich Äpfel, bei den jeweils zweiten auch Birnen angenommen. 

Das Besondere am BN-Konzept ist der „Streuobst-Pflegebeitrag“ von 3,60 EURO pro Doppelzentner (dt), den die beteiligte Mosterei, mit der der BN zusammenarbeitet, zusätzlich zum Tagespreis für ungespritzte Äpfel bezahlt. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, für deren Einhaltung die Anlieferer unterschreiben müssen:
Das Obst muss von Hochstamm-Obstbäumen stammen, in denen in diesem Wirtschaftsjahr kein chemischer Pflanzenschutz stattgefunden hat, es darf nur trockenes, einwandfreies Obst angeliefert werden und es müssen die Flurstücks-Nummern mit Gemarkung angegeben werden, aus denen das Obst stammt.
Durch diese strengen, ökologisch orientierten Kriterien hat beim Endprodukt, dem sog. Grünspecht-Apfelsaft, der Verbraucher höchstmögliche Sicherheit, ein rückstandsfrei erzeugtes Produkt zu erwerben und durch sein Konsumverhalten etwas für den Erhalt der Streuobstbestände zu tun. 

Unabhängig von der Organisation der Obstannahme bietet der Bund Naturschutz Interessierten auch die Ernte von Obst in den BN-eigenen Beständen im Landkreis an. Interessenten können sich gerne unter 0981-14213 melden. 

BN-Kreisgeschäftsführer Helmut Altreuther weist auf den äußerst hohen ökologischen Wert der in Franken landschaftstypischen Streuobstbestände hin. Dort findet man eine enorme Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, insbesondere dann, wenn die Flächen extensiv genutzt würden. Ein einziger Apfelbaum, so hätten wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, könne mehr als 1.000 wirbellose Tierarten beherbergen. Je älter ein Obstbaum sei, desto höher sei auch sein ökologischer Wert. Wegen ihrer herausragenden ökologischen Substanz seien deshalb auch solche Altbäume, die keinen nennenswerten Obstertrag mehr erzielen, besonders erhaltenswert.