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Haben die Kröten Asthma? (Pressemitteilung der OG Dinkelsbühl)

In manchen Köpfen ist es noch nicht angekommen: Naturschutz ist Voraussetzung für das Überleben unserer Spezies.

18.01.2023

In letzter Zeit scheinen die Kröten ja ein beliebtes Ziel für schiefe Vergleiche zu sein. Wilfried Lehr bei der Versammlung der Wählergruppe Land und auch der Dinkelsbühler Oberbürgermeister haben sich entsprechend negativ zum Wert der Kröten geäußert.

An Herrn Lehr möchte ich zunächst die Frage stellen, ob eigentlich die Kröten für die schlechte Luft verantwortlich sind, unter der die Menschen und vielleicht auch die Kröten leiden. Und ich möchte ihm außerdem antworten, die Menschen sind natürlich wichtig, die Kröten aber auch. Ich denke, dass der Bund Naturschutz, der jedes Jahr im März allein im Landkreis Ansbach bei der Amphibienrettung rund 50.000 Kröten, Frösche und Molche am frühen Morgen über unsere Straßen trägt, durchaus legitimiert ist, sich auch in anderen Zusammenhängen für die Artenvielfalt einzusetzen.

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen den Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und der Zukunft der Menschheit noch nicht erkannt haben. Unsere Umwelt, unser Planet unsere Schöpfung sind ein feingesponnenes Netz mit vielen Tausenden Knoten. Jede Art, egal ob Tier, Pflanze, Pilz oder Kleinstlebewesen ist einer dieser Knoten. Mit jedem Knoten, der von der Erde verschwindet, wird das Netz brüchiger. Der Hauptprofiteur dieses Netzes, der gewissermaßen wie in einer Hängematte drin liegt, ist der Mensch. Wenn die Hängematte reißt, stürzen auch wir.

Wir bezeichnen uns gerne in aller Bescheidenheit als „Krone der Schöpfung“. Dieses scheinbar positive Bild ist auf den zweiten Blick bezeichnend für die Entfremdung der Menschheit von ihren natürlichen Grundlagen. Eine Krone ist ein Symbol von Herrschaft und Macht und nicht Teil der Schöpfung. Das sollte uns zu denken geben.