Novum: Stitung erwirbt zwei Extensiväcker

Foto: BN Kreisgruppe Ansbach

Foto: BN Kreisgruppe Ansbach

12.12.2017

Mit einem wegweisenden neuen Ankaufsprojekt hat unsere Natur- und Umweltstiftung Neuland betreten: Erstmals hat sie bei Bechhofen zwei Äcker in bedeutender Größe (über 40.000 m²) erworben. Bewusst sollen sie auch landwirtschaftlich genutzte Äcker bleiben und weiterhin von einem örtlichen Bio-Landwirt extensiv und naturschutzorientiert genutzt werden.

Im Raum Bechhofen sind wir mit unserem Ziel, einen Biotopverbund aus eigentumsrechtlich gesicherten Biotopflächen aufzubauen, schon weit vorangekommen. Darunter befinden sich ganz unterschiedliche Biotoptypen, wie z. B. artenreiche Feucht- und Nasswiesen unterschiedlicher Gradienten, wechselfeuchte Wiesen, Magerwiesen, lineare Bach- und Uferlebensräume, diese großenteils auch Biberlebensraum mit der Nebenfunktion Konfliktentschärfung, Auenbereiche mit Totholz sowie Rohbodenflächen (ehemalige Sand- und Lehmabbaustellen). Im Raum Sachsbach liegen die gesicherten Flächen teilweise nur wenige hundert Meter voneinander entfernt.

Die Feldflur dazwischen ist meist ähnlich intensiv wie fast überall genutzt. Die einst typische Lebensgemeinschaft mit vielen Ackerwildkräutern, Insekten, Vögeln und Kleinsäugern ist deshalb nahezu verschwunden. Von daher bot es sich an, die Kaufgelegenheit für die beiden Äcker zu nutzen. Die Ausgangslage ist auch deshalb gut, weil sie schon viele Jahre auf dem Pachtweg von einem örtlichen Biobetrieb extensiv bewirtschaftet werden und derzeit mit mehrjährigem Kleegras bestanden sind.

Die Äcker sollen zukünftig als artenreicher Extensivacker durch den bewährten Biobetrieb bewirtschaftet werden. Um die Strukturvielfalt zu erhöhen und weitere Biotopelemente einzubringen, planen wir im Winterhalbjahr auf Teilflächen noch zusätzliche Gestaltungsmaßnahmen: Pflanzung einer Wildhecke, Oberbodenabtrag/Rohbodenschaffung, Einsaat eines mehrjährigen Blühstreifens sowie Anlage eines Streifens mit jährlich lockerer Roggeneinsaat und Bodenbearbeitung als „Wildkraut-Streifen“. Dies dürfte u. a. Artengruppen wie Laufkäfer und Solitärbienen, Rebhuhn, Wachtel, Lerche und Neuntöter begünstigen. Und natürlich profitiert durch den Kleegrasanbau auch die Bodengesundheit erheblich, Erosionsschutz ist gegeben.

Der ökologische Effekt des Ankaufs besteht darin, dass die Flächen dauerhaft gesichert und zukünftig dauerhaft eine ökologisch orientierte Nutzung und die Förderung der stark gefährdeten Feldflur-Lebensgemeinschaft sichergestellt sind. Der finanzielle Effekt für die Stiftung besteht in einer nachhaltigen regionalen Geldanlage ohne die Risiken der Finanzmärkte und eine Pachteinnahme in zinslosen Zeiten.